Obstipation - (Ursachen - Folgen - Therapie)

 

 

 

Definition

Obstipation: lat. ob-, dagegen, stipare, stopfen. Konstipation, Stuhlverstopfung, Retentio alvi. Behinderte oder zu seltene Stuhlentleerung.

Ursachen

- Störung des Stuhltransportes durch (Teil-) Lähmung des Darmes
- ernährungsbedingte Verhärtung des Darminhaltes
- unvollständige Darmentleerung
- mangelnde Mobilität
- bewusstes Zurückhalten von Stuhl.

Formen

- Einfache O. bis zwei Wochen dauernde Obstipation

- Chronische O.: länger als 8 Wochen dauernde O. 

- Akute O.: Ursachen:  Reisen, Nahrungsumstellung, Medikamente, Bettlägerigkeit  

- Chronische (habituelle) O.
Ursachen:
1. Störungen der geordneten Darmbewegung (Darmperistaltik) z.B. durch Darmlähmung,
2. Diätfehler: ballaststoffarme, eiweißreiche (Milch-) Ernährung (Folge: kittartige Kalkseifenstühle); kalorienreiche Flüssigkeit,
3. Medikamente: regelmäßiger Gebrauch a) von Abführmitteln, b) bei Verwendung hoher Dosen von Oxybutynin, c) bei Gabe
    von Opiaten,
4. harter Stuhl im Enddarm, der die Passage von nachrückendem Stuhl behindert oder unmöglich macht.

-  Spastische O.: Form der Verstopfung, bei der die Grundspannung (Tonus)
   der Muskulatur des Kolons ständig erhöht ist, wodurch der Darminhalt nicht weiter transportiert werden kann und durch
   Wasserentzug eintrocknet.

Folgen

Erwünschte Folgen: Eine O. unterstützt (Pseudo-)Kontinenz, d.h. sie verhindert den  unwillkürlichen Verlust von Stuhl mit seinen negativen Auswirkungen.
Unerwünschte Folgen: Durch die Obstipation verlängert sich die Verweildauer des Stuhles im Darm,
-  wodurch ihm Wasser entzogen wird, was
-  eine Verhärtung zur Folge hat,
-  es kommt zur Vermehrung von Fäulnisbakterien, die Ursache eines üblen Geruchs sind,
-  schließlich drängt sich dünnerer Stuhl an der harten Kotwalze vorbei, und es 
   kommt zur unkontrollierten Massenentleerung von Zersetzungsstuhl / Überlaufstuhl
-  Allgemeinsymptome wie Appetitstörung, Störung der Befindlichkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen treten auf
-  Sodbrennen nimmt zu, ein gastroösophagealer Reflux wird verstärkt
-  die Harnblase wird nach rechts verdrängt, wodurch es zur Behinderung des Harnabflusses aus der Harnblase kommt, was
    eine (häufige) Ursache von Harnwegsinfektionen bei vermehrter Restharnbildung ist
-  ein Darmvorfall wird durch starkes Pressen begünstigt.

Behandlung

-  Regelmäßige Entleerung des Enddarmes, Vgl. Darm, Entleerungstechniken.
-  Ernährung: ballaststoffreiche Kost , viel Gemüse und Salat.  Vermeiden von verhärtender Kost
-  Medikamente: (immer in Verbindung mit viel mit möglichst kalorienarmer Flüssigkeit):
   - Polyethylenglykol (Macrogol)
   - Lactulose,
   - Quellmittel mit Agar-Agar,
   - Abführmittel, die die Darmwand reizen dürfen wegen der Begünstigung der Entstehung eines krankhaften
     Laxantienkolons nur ausnahmsweise verwendet werden, nie jedoch zum regelmäßigen Darmmanagement gehören.